Einsturz einer Kaimauer in Amsterdam weckt Interesse an InSAR
Im September 2020 filmte eine Überwachungskamera, wie ein 25 Meter langer Abschnitt einer Kaimauer entlang des Grimburgwal in Amsterdam nach vorne kippte und in den Kanal stürzte.
Damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt, müssen alle staatlichen Stellen und privaten Unternehmen, die für die Sicherheit der Öffentlichkeit verantwortlich sind, verstehen, wie es dazu gekommen ist.
Da Amsterdam über 800 km Kaimauern verfügt, war unsere Arbeit von entscheidender Bedeutung.
Der Einsturz des Grimburgwal-Kais erfolgte in mehreren Phasen. Er begann mit einer horizontalen Verformung, die Löcher in der Pflasterung verursachte, und gipfelte in einer vertikalen Verformung, die zum Abbrechen eines Teils des Kais führte.
Als Hauptursache für den Einsturz wurde die horizontale Belastung einer unzureichenden Anzahl der 12 Meter langen Holzpfähle im östlichen Teil der Mauer identifiziert, die dadurch verursacht wurde, dass der Kanal an dieser Stelle tiefer ist. Die Studie liefert zwar keine Erklärung für das tiefere Kanalbett, es wird jedoch vermutet, dass wiederholte Kollisionen von Ausflugsbooten dazu beigetragen haben könnten.
Historische Belege, Tauchinspektionen und die Nähe zu benachbarten Gebäuden stützten die Hypothese, dass in diesem Teil des Kais nur zwei Pfahlreihen tatsächlich funktionsfähig waren.
Die Erneuerung des Belags im August 2020, die aufgrund vorheriger Verformungen des Kais erforderlich geworden war, wurde als Auslöser für den Einsturz angesehen. Die Rolle des Grundwasserflusses, der Trockenheit und des Regens in Verbindung mit der Verformung des Kais wurde ebenfalls berücksichtigt.
Der Ausfall im östlichen Abschnitt riss den westlichen Teil mit sich in den Kanal.
InSAR-Einblicke
Unsere Bewertung hob die Anfälligkeit von Kais mit kurzen Kopf-/Bodenkonstruktionen und nur zwei Pfahlreihen hervor. Zu den Empfehlungen gehörten die vorrangige Inspektion solcher Kais, die Überprüfung der Wassertiefe, die Untersuchung von Schäden am Mauerwerk und die Einrichtung eines Registrierungs-/Meldesystems für Senkungsprobleme.
Die Verwendung von Messungen, die aus der Expertenanalyse von Daten des interferometrischen Synthetic Aperture Radar (InSAR) abgeleitet wurden, lieferte einen guten Einblick in die Schwäche des Kaimauerabschnitts. Mithilfe dieser Techniken und in Kombination mit historischen Daten konnten abweichende Setzungen der Straße hinter dem Kai lange vor dem Einsturz festgestellt werden.
Diese vertikalen Setzungen waren eine Folge der horizontalen Verformung des Kais und können daher als Indikator für mögliche zukünftige Einstürze dienen. Eine InSAR-basierte Analyse kann also als „Stresstest“ für Kaimauern dienen und dazu beitragen, das Einsturzrisiko zu verringern, wenn die Verantwortlichen die Setzungen hinter den Kais systematisch im Auge behalten.
Der Einsturz des Grimburgwal-Kais offenbarte ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die zu seinem Versagen beigetragen haben. Auch wenn einige Aspekte nicht endgültig bestätigt werden konnten, zeigten sie doch Wege für weitere Forschungen und Erkenntnisse auf. Unsere Arbeit unterstrich die Notwendigkeit der Weiterentwicklung und Validierung von Modellen für eine umfassende Strukturanalyse, da solche Modelle noch nicht gängige Praxis sind.
Während dieser Untersuchung spielte SkyGeo eine entscheidende Rolle bei der Beschaffung und Aufbereitung der für die Analyse des Einsturzes erforderlichen Daten. Unser Fachwissen im Bereich der Datenerfassung und -analyse ermöglichte ein umfassenderes Verständnis des Vorfalls, half bei der Identifizierung von Versagensmechanismen und trug zur Entwicklung von Empfehlungen für die Sicherheit der Amsterdamer Kais bei.
Wenden Sie sich an SkyGeo, um zu erfahren, wie wir Sie bei der Überwachung und Wartung Ihrer Anlagen unterstützen können .