Fallstudie zum Gasfeld Groningen

InSAR FÜR DAS GASFELD GRONINGEN, NIEDERLANDE – ANWENDUNGEN IM BEREICH DER INDUZIERTEN SEISMISCHEN AKTIVITÄT

Seit 2014 führt SkyGeo hochauflösende InSAR-Überwachungen über der Provinz Groningen in den Niederlanden durch. Die Ergebnisse dieser Überwachung wurden mit induzierter Seismizität in Zusammenhang gebracht, und das Feld wurde 2024 stillgelegt. Die Meldepflichten hinsichtlich Bodensenkungen bestehen jedoch weiterhin, und da für das Feld zudem so viele geomechanische Daten vorliegen und es so gut erforscht ist, entwickelt das Team immer wieder neue Innovationen.

SkyGeo unterstützt die geschäftlichen Ziele des Kunden durch die regelmäßige Planung und Durchführung von InSAR-Zeitreihenanalysen. Während des Betriebs haben wir dem Kunden monatliche Deformationsberichte zur Verfügung gestellt (halbkontinuierlicher InSAR-Überwachungsdienst), darunter: 

  • Aufschlüsselung in vertikale/Ost-West-Verformung, erweitert auf 3D – siehe unten

  • umfassende Integration mit über 30 GPS- und Nivelliergeräten (viel Arbeit) 

  • Abgleich und Validierung der TerraSAR-X-Ergebnisse mit anderen von uns bereitgestellten InSAR-Zeitreihen (abgeleitet aus RadarSat-2- und Sentinel-1-Daten), 

  • vollständige Qualitätskontrollberichte zu den Verarbeitungsergebnissen gemäß den TS015-Spezifikationen von Shell.

Wir haben außerdem weitere Dienste eingerichtet, z. B. für:

  • Entwicklung von Visualisierungstools und Einrichtung eines Qualitätskontroll-Workflows für InSAR-Ergebnisse, um die Daten- und Prozessintegrität sicherzustellen, wobei die InSAR-Ergebnisse zur Unterstützung von Geschäftsentscheidungen herangezogen werden.

  • InSAR-Ergebnisse, einschließlich der horizontalen Verformung, mit dem GNSS-Netzwerk von Groningen gegenprüfen,

  • Erstellung einer Prognosestudie zur Oberflächenverformung im Gasspeicher Norg auf der Grundlage von InSAR- und Produktionsdaten;

  • Erweiterte Visualisierungen (Videos, interaktive Karten, Berichte usw.)

Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht darin, hochwertige InSAR-Produkte bereitzustellen, um den Zusammenhang zwischen der Gasförderung und den Oberflächenverformungen zu untersuchen, die durch die Verdichtung im sich erschöpfenden Lagerstättenreservoir sowie durch die Rückbildung nach der Stilllegung entstehen. 

Neben den Dienstleistungen in Groningen erbringt SkyGeo für die NAM routinemäßige regionale Deformationsüberwachungsdienste in den Provinzen Twente und Südholland. Diese Daten werden in das regionale Nivellierungs- und GPS-Netz integriert und sind Teil des langfristigen Deformationsüberwachungsplans der NAM.

Das Geomatik-Team bei NAM ist zwar klein, verfügt jedoch über erstklassiges Fachwissen bei der Anwendung von InSAR in der Öl- und Gasförderung, und wir bauen dieses Wissen gemeinsam weiter aus. 

Eine spannende Innovation, die wir derzeit in die Produktion einführen, ist die Ableitung lokaler 2D- und globaler 3D-Karten. Ein Beispiel hierfür ist oben für dieses Gebiet dargestellt. Wir leiten 3D-Bewegungen aus InSAR-Daten ab und visualisieren diese in vertikaler sowie in Ost-West-Richtung. Zur Abschätzung der Nord-Süd-Bewegung wird ein einfaches 2D-Lagerstättenmodell verwendet.

Fallstudien aus der Öl- und Gasbranche

  • Zwei Arbeiter in Warnwesten arbeiten an der Verlegung von unterirdischen Versorgungsleitungen, einer hält einen Schweißbrenner, der andere hält ein großes rotes Rohr in einem Graben fest.

    Brunei Shell Petroleum

    Durch die Überwachung sowohl der Offshore-Plattformen als auch der Onshore-Infrastruktur mittels InSAR kann Brunei Shell Petroleum selbst geringfügige Verformungen frühzeitig erkennen und diese Erkenntnisse in geomechanische Modelle und Produktionsentscheidungen einfließen lassen.

  • Luftaufnahme eines hohen Wolkenkratzers im Bau neben einem Fluss, umgeben von anderen Gebäuden und einem Parkplatz.

    Beere

    Mithilfe regelmäßiger InSAR-Überwachung kann Berry Absenkungs- und Hebungsmuster auf seinen Feldern erkennen, wodurch Ingenieure die Injektionsstrategien genau abstimmen und das Risiko von Bohrlochschäden und Umweltvorfällen verringern können.

Häufig gestellte Fragen

  • InSAR misst Bodenverformungen in großen Gebieten mit millimetergenauer Präzision. Durch die Analyse von Zeitreihen-Satellitendaten können Betreiber durch die Verdichtung von Lagerstätten verursachte Bodensenkungen verfolgen und nachvollziehen, wie sich die Förderung auf Bodenbewegungen und das Erdbebenrisiko auswirkt.

  • Ja. InSAR wird häufig mit bodengestützten Überwachungsnetzen wie GPS-Stationen und Nivellierungsmessungen kombiniert. Durch die Integration dieser Datensätze können Betreiber die Ergebnisse validieren und genauere geomechanische Modelle des Verhaltens von Lagerstätten erstellen.

  • Die langfristige InSAR-Überwachung hilft den Betreibern zu verstehen, wie sich Lagerstätten auf Förderänderungen auswirken, einschließlich der Verdichtung während der Förderung und der Rückbildung der Oberfläche nach der Stilllegung. Diese Erkenntnisse unterstützen das langfristige Risikomanagement und die behördliche Berichterstattung im Rahmen der Bodensenkungsüberwachung.